21.02.2013

Hacker. Mythos und Wirklichkeit

Verfasst am 21. Feb von jotilux.

Hacker? Das sind doch diese Kriminellen, die in fremde Computer ein brechen und dort Viren verbreiten oder Daten klauen, so jedenfalls die durch die Medien verbreitete und landläufig akzeptierte Definition. Dieses Klischee deckt jedoch nicht einmal ansatzweise den Begriff des Hackens ab. Hacken kann bedeuten eine Bohrmaschine zum anspitzen eines Bleistsiftes zu verwenden, seine Bockwurst mit zwei Drähten in der Steckdose zu erhitzen oder eine Fernbedienung zu entwerfen, die alle Fernsehgeräte in Sichtweite aus schaltet. Hacken heißt Vorgegebenes nicht zu akzeptieren sondern zu hinterfragen. Hacken meint lernen, erforschen und weiterentwickeln, Stigmata aufbrechen und Zusammenhänge neu knüpfen.

Bereits in den 80er Jahren entwickelte sich aus der Gemeinschaft der Hacker die so genannte Hackerethik[1], in welcher die Ziele, aber auch die Grenzen
des Hackens umrissen sind. Gesellschaftlich relevante Informationen sollen offen gelegt und gemeinsam diskutiert, während die Privatsphäre un
d die persönlichen Daten geschützt werden müssen. Mit ihrem Fachwissen stellen Hacker einen Großteil der für diesen Prozess benötigten Werkzeuge
zur Verfügung, programmieren freie Software, hinterfragen aber auch politische Entwicklungen und nehmen mit dem nötigen Hintergrundwissen grundlegenden Einfluss auf politische Debatten.
[1] http://www.ccc.de/hackerethics